Juli: Was wurde aus der Band aus den 2000er Jahren?

Die Band „Juli“ erreichte mit ihrem Debütalbum „Es ist Juli“ schnell Vierfach-Platin wodurch ihnen zahlreiche Auszeichnungen beschert wurden.

Die Band aus den 2000ern ist zurück!
Quelle: IMAGO / Seeliger

Juli – die deutsche 2000er Band, die mit ihrer Single „Perfekte Welle“ 2004 die Charts stürmte und zu einer Hymne der neuen deutschsprachigen Musik wurde. Mit ihren deutschen Texten, die Sommergefühle wecken und von Chancen und Hoffnung handeln, prägte die Band eine ganze Ära. 2023 veröffentlichte die Band nun ihr neues Album „Der Sommer ist vorbei“ und kündigte ihre Tour durch Deutschland unter dem Namen „Es ist Juli“ an, um den 20-jährigen Bestand der Band zu feiern. Diese soll am 15. August 2024 in Illingen starten. Im folgenden Artikel erfährst du wie die Karriere der Band verlief.

So hat alles angefangen:

Die heute so bekannte Band hatte vorher einen anderen Namen.
Quelle: IMAGO / STAR-MEDIA

#1 Anfänge als „Sunnyglade“

Bevor die Band ihren heute so bekannten Namen „Juli“ bekam, existierte sie seit 1996 unter dem Namen „Sunnyglade“. Ursprünglich hatte die Band noch keine eigene Sängerin, weshalb Simon Triebel, welcher eigentlich Gitarrist war auch sang. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte außerdem der Schlagzeuger Martin Möller, welcher die Band aber später verließ. Anschließend bekam die Gruppe endlich ihre erste Sängerin: Miriam Ademeit, welche aber genau wie Schlagzeuger Martin, heute kein Teil der Band mehr ist. 1998 nahm die Band gemeinsam das Album „Pictures of My Mind“ auf. Dieses erschien in einer Auflage von 500 Exemplaren. Anfang 2000 stießen dann Eva Briegel (Sängerin) und Marcel Römer (Schlagzeuger) dazu, woraufhin die Band, mit ihren damals noch englischsprachigen Songs, den „Hessischen Rockpreis 2000“ gewann und den zweiten Platz beim Deutschen Pop-Preis der DRMV machte.

Die Band wurde anschließend umbenannt.

Die Inspiration für den heutigen Namen kam durch einen Song einer anderen Band.
Quelle: IMAGO / POP-EYE

#2 Umbenennung in „Juli“

Im Jahr 2001 unterzeichnete die Band ihren ersten Verlagsvertrag bei „EMI“. Daraufhin arbeiteten sie weiter mit dem Produzenten Lutz Fahrenkrog-Petersen in Berlin zusammen, wo sie auf die Bands „Kain“ und „Tex“ trafen. Diese Begegnungen inspirierten sie dazu, ihren bisherigen Bandnamen und ihre englischsprachigen Songs aufzugeben und unter dem neuen Namen „Juli“ deutschsprachige Lieder zu spielen. Ein Song von „Tex“, welcher „Juli“ heißt, inspirierte sie bei der Namensgebung am meisten.

Der neue Name führte zu professionellen Demoaufnahmen und einem Showcase:

2003, also sieben Jahre nach ihrer Gründung, hatte die Band ihr erstes Showcase.
Quelle: IMAGO / United Archives

#3 Erster Auftritt unter neuem Namen

Im Juni 2002 hatte die Band ihren ersten Auftritt unter dem neuen Namen „Juli“, der sowohl das Publikum als auch den Verlag überzeugte. Im selben Jahr konnte auch Produzent Michael Gerlach von der neuen Richtung überzeugt werden, was im Oktober 2002 zu professionellen Demoaufnahmen führte. Die positiven Rückmeldungen verschiedener Plattenfirmen veranlassten den Musikverlag, ein Showcase zu organisieren, das am 16. Januar 2003 im „Oxymoron“ in Berlin stattfand.

Der erste Plattenvertrag wurde bei einer nicht unbekannten Musikproduktion in Berlin unterschrieben.

Der erste Plattenvertrag wurde bei „Universal Music“ unterschrieben.
Quelle: IMAGO / teutopress

#4 Der erste Plattenvertrag wird unterzeichnet

Am 24. April 2003 fand ein weiteres „Unplugged Showcase“ von „Universal Music“ in Berlin statt, bei dem Eva Briegel und Jonas Pfetzing vier Lieder spielten. Diese Aufführung war ausschlaggebend für den Plattenvertrag, der im August 2003 auf der „Popkomm“ in Köln unterzeichnet wurde. Etwa vier Jahre nach ihrer Zielsetzung unterschrieben Eva, Jonas, Simon, Andreas und Marcel ihren ersten Plattenvertrag mit „Universal Music“.

Wenig später bahnte sich der große Erfolg durch die erste, heute stark bekannte Single an:

Die Band erhielt neben vielen verschiedenen Auszeichnung auch einen Bambi.
Quelle: IMAGO / United Archives

#5 Der Durchbruch der Band

Ihre erste Single „Perfekte Welle“, die im Juni 2004 veröffentlicht wurde, entwickelte sich schnell zu einer Hymne der neuen deutschsprachigen Musikbewegung. Der Song hielt sich über ein halbes Jahr in den deutschen Single-Charts und erreichte den Gold-Status. Das Album „Es ist Juli“, das im September 2004 erschien, stieg direkt auf Platz drei der deutschen Album-Charts ein und erzielte Vierfach-Platin mit über einer Million verkauften Einheiten. Nach ihrer Teilnahme an der „Eins Live“ Radiotour startete „Juli“ im Oktober 2004 ihre eigene, komplett ausverkaufte Clubtour durch Deutschland und tourte anschließend als Vorband von „Rosenstolz“ durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Am 12. Februar 2005 gewann „Juli“ mit dem Song „Geile Zeit“ den ersten Platz beim „Bundesvision Song Contest“ für Hessen. Im Jahr 2006 trat Juli auf zahlreichen Festivals auf und brachte im September die Single „Dieses Leben“ aus ihrem neuen Album „Ein neuer Tag“ heraus. Das Album, veröffentlicht im Oktober, erreichte sofort den Platinstatus. Die Band erhielt mehrere bedeutende Auszeichnungen, darunter einen Bambi in der Kategorie Musik national und die Eins Live Krone für die beste Band. Ihre Tournee zum neuen Album begann im Januar 2007 und war größtenteils ausverkauft.

Doch das konnte keiner erwarten:

Die Bedeutung des Songtextes handelt eigentlich von einem Surfer.
Quelle: IMAGO / POP-EYE

#6 „Perfekte Welle“ wird verboten

Nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien im Dezember 2004, bei der über 280.000 Menschen starben, nahmen die meisten Radiosender das Lied „Perfekte Welle“ umgehend aus ihrem Programm. Der Text des Liedes, der von Wellen und Wasser spricht, wurde in Anbetracht der Katastrophe als ungewollt doppeldeutig und unangemessen empfunden. Zeilen wie „Das ist die perfekte Welle / das ist der perfekte Tag / lass dich einfach von ihr tragen / denk am besten gar nicht nach“ und „Jetzt kommt sie langsam auf dich zu / das Wasser schlägt dir ins Gesicht / siehst dein Leben wie ein Film“ wurden problematisch gesehen. In den ersten Tagen nach der Katastrophe wurde das Lied durch Autorotation teilweise direkt nach Nachrichten oder Spendenaufrufen zur Katastrophe gespielt, was von einigen Zuhörern als sarkastisch verstanden wurde. Der eigentliche Text des Liedes handelt jedoch von einem Surfer, der nach langem Warten die perfekte Welle zum Surfen findet – eine Metapher für das Ergreifen einer Chance nach langem Hoffen.

Das machte die Sängerin der Band noch außerhalb:

Die Sängerin Eva Briegel studierte anschließend noch Psychologie.
Quelle: IMAGO / Seeliger

#7 Was machte Eva Briegel außerhalb der Musik?

 
Bereits während ihrer Schulzeit engagierte sie sich in verschiedenen Bands und Musikprojekten und hegte den Wunsch nach einer musikalischen Karriere. Dennoch begann sie zunächst ein Studium und verbrachte ein Semester in Heidelberg, bevor sie an der Justus-Liebig-Universität Gießen dreizehn Semester in diversen Fächern studierte, darunter Kunstgeschichte, klassische Archäologie, Pädagogik, Psychologie, Germanistik und psychosoziale Medizin. Neben ihrem Studium arbeitete sie als PC-Verkäuferin und in einer Bar. 2004, im Jahr des großen Durchbruchs ihrer Band, entschied sie sich, ihr Studium ohne Abschluss abzubrechen. Nach dem Erfolg der Band kehrte sie 2017 an die Universität zurück und begann ein Psychologiestudium an der Freien Universität Berlin, das sie 2023 mit einem Bachelor abschloss. Eva Briegel hält ihr Privatleben eher im Hintergrund. Derzeit ist sie mit Andy Penn, dem Gitarristen der Band „MiA.“, zusammen. Das Paar lebt in Berlin. Im Jahr 2010 wurden sie Eltern einer gemeinsamen Tochter namens Yoko Briegel.

Der Gitarrist der Band hatte noch seine Erfolge außerhalb der Band.

Der Gitarrist hatte noch große Erfolge, obwohl die Zeit bei seiner Band erstmal vorbei war.
Quelle: IMAGO / T-F-Foto

#8 Gitarrist Simon Triebel blieb in der Musikbranche

Seine Zusammenarbeit mit Künstler*innen wie Udo Lindenberg, Adel Tawil, Tim Bendzko, Mark Forster und Sarah Connor, sowie vielen weiteren, führte zu zahlreichen Gold- und Platin-Auszeichnungen und Hits wie „Nur noch kurz die Welt retten“ (Tim Bendzko), „Durch die schweren Zeiten“ (Udo Lindenberg), „Ist da jemand“ (Adel Tawil) und „Flash mich“ (Mark Forster). Auch international erzielte er großen Erfolg, insbesondere mit dem spanischen Newcomer Alvaro Soler. Der Song „El Mismo Sol“ mit Jennifer Lopez war 2015 einer der größten Sommerhits in Europa und Lateinamerika und führte zu mehreren Nominierungen bei den Latin American Music Awards 2016 in Los Angeles. Lieder wie „Magia“, „Sofia“ und „La cintura“ stürmten weltweit die Charts und erreichten Spitzenpositionen. Für seine Erfolge wurde Simon Triebel auch für den „GEMA Musikautorenpreis“ in der Kategorie „Komposition Rock/Pop“ nominiert.

Der Schlagzeuger Marcel Römer sprang schon während seiner „Juli“-Zeit bei einer anderen bekannten Band ein.

Auch Schlagzeuger Marcel Römer hatte nicht nur Erfolg bei „Juli“.
Quelle: IMAGO / momentphoto/Killig

#9 Marcel Römer spielte das Schlagzeug nicht nur für „Juli“

Neben „Juli“ wurde Marcel Römer 2003 Mitglied der Band „Re!nvented“, die allerdings seit 2004 nicht mehr aktiv ist. Parallel dazu spielte er bereits ab Beginn seiner Karriere Schlagzeugparts für andere Künstler*innen im Studio ein. Beispielsweise war er 2003 an einem Titel des Albums „This Very Moment“ des Musikprojekts Hacienda beteiligt, während seine „Juli“-Bandkollegin Eva Briegel auf einem anderen Track desselben Albums einen Gesangspart übernahm. In den folgenden Jahren arbeitete er unter anderem mit Künstler*innen wie Anna F., Andreas Bourani und Bonaparte zusammen. Besonders hervorzuheben ist seine Arbeit mit dem Popduo „Boy“, das er sowohl im Studio als auch live als Schlagzeuger unterstützt. 2009 sprang er bei einigen Festivalauftritten – darunter „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ für den „MIA.“-Schlagzeuger Gunnar Spies ein. 2012 übernahm er erneut Spies' Rolle im Musikvideo zur „MIA.“-Single „Fallschirm“.

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